10 Jahre „THE DARK KNIGHT“ – Der Film, der mich am meisten geprägt hat

Der Sommer diesen Jahres markiert das 10-jährige Jubiläum von The Dark Knight, dem Meisterwerk von Regielieblings Christopher Nolan. Knapp drei Jahre zuvor hat der smarte Brite, der kaum Berührungspunkte mit Comics hatte, dem dunklen Rächer mit Batman Begins ein nötiges Reboot verpasst, dass düsterer, brutaler und realistischer als alle Vorgänger daherkam. Mit der Fortsetzung The Dark Knight, wurde das Erfolgsrezept des ersten Teils auf die Spitze getrieben und das Endergebnis war ein Crime-Drama aller erster Güte, in der korrupten Welt von Gotham City, mit dem beliebtesten Superhelden als Hauptcharakter. Nachdem Joel Schumacher die Marke Batman in den 90ern mit zwei Filmen massiv beschädigt hatte (Stichwort: Batnippel), fand der Dunkle Ritter zu alten Ruhm zurück.

Jeder kennt The Dark Knight und das hat vor allem einen Grund: Der Joker und Heath Ledgers tragischer Tod, ein paar Monate vor der Premiere. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, als der Australier gecastet wurde. „Der Schwule Cowboy aus Brokeback Mountain soll den Joker spielen?“ Viele solcher Kommentare haben die Mehrheit einer negativen Reaktion auf das Casting widergespiegelt. Vergleiche zu Ben Afflecks Casting als Batman sind durchaus angebracht. Doch diese Stimmen verstummten sobald der erste Trailer seinen Weg ins Netz fand. Was dabei rauskam, war einer der besten Bösewichte der Filmgeschichte und eine meisterhafte Darstellung von Heath Ledger, die ihm posthum den Oscar als bester Nebendarsteller einbrachte.

Doch was macht die Faszination des Jokers aus? Es ist die schiere Unberechenbarkeit des Charakters, die in Comicvorlagen wie The Killing Joke perfekt dargestellt und in The Dark Knight fehlerlos umgesetzt wurde. Keiner weiß, wer er ist, er wird nicht von weltlichen Dingen, wie Geld oder Macht angetrieben und er verwickelt sich in widersprüchliche Aussagen zu seiner Vergangenheit. Man stellt sich sogar die Frage, ob er überhaupt noch weiß, wie er zum Joker wurde. Er ist der ultimative Psychopath, der keine Angst kennt und vom Chaos geleitet wird. Und, ganz wichtig, der Joker ist das Spiegelbild zum von Regeln getriebenen, nach Ordnung strebenden Batman. Sie sind beide eine Seite der selben Münze. Was passiert, wenn eine unaufhaltsame Kraft, auf ein unbewegliches Objekt trifft? Magie.

Dieser Dualismus zwischen Batman und dem Joker, zieht sich durch den ganzen Film und schaukelt sich zu einem Kampf um die Seele Gothams hoch, der an Spannung, Intensität und Komplexität kaum zu überbieten ist. The Dark Knight ist kein klassischer Superheldfilm. Er ist ernst, wirft viele unangenehme Fragen auf und spielt mit Grauzonen, wie es kaum ein Superheldenfilm je zuvor gewagt hat. Dieser Ton in der Erzählweise hallt bis heute nach und findet in Filmen, wie Logan oder Captain America: The Winter Soldier, spirituelle Nachfolger.

Was hat The Dark Knight für mich zu bedeuten? Ganz einfach: Es war der erste Film, der mich selbst Tage nach der ersten Sichtung im Kino, noch in Seele und Geist beschäftigt hat. An jenem Tag, hab ich gelernt, was für Möglichkeiten Superheldenfilme haben, Geschichten über Gut und Böse zu erzählen. The Dark Knight hat meine Liebe zum Film und zu Comics erweckt, die auch heute noch genau so brennend besteht, wie im Sommer 2008, als sie entflammt wurde. Bis heute hab ich The Dark Knight bestimmt 30 mal gesehen, ich kann gewisse Stellen immer noch auswendig und der Tod von Heath Ledger tut heute immer noch weh. Achja, Christian Bale ist und bleibt mein Lieblingsbatman, auch mit albern verstellter Stimme! 🙂

lg
Clemens

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