Weltfrauentag Spezial – Inspirierende Persönlichkeiten: Marie Curie

Der 8. März wird auf der ganzen Welt als internationaler Frauentag gefeiert und das ist auch Anlass genug für mich, um über eine der inspirierendsten Frauen der Menschheitsgeschichte zu schreiben: Marie Curie. Die polnisch-französische Wissenschaftlerin, gewann als erste Frau, gemeinsam mit ihrem Mann Pierre, den Nobelpreis in Physik und avancierte durch ihr unerschrockenes Handeln zum Vorbild für viele junge Frauen.

Maria Salomea Sklodowska, Curies Geburtsname, wurde 1867 in Warschau geboren und ihre Intelligenz wurde bereits früh entdeckt. Mit 15 schloss sie das Abitur/die Matura, als Beste des Jahrgangs ab. Da es Frauen in Polen nicht erlaubt war zu studieren, wanderte sie nach Paris aus, benannte sich in Marie um und begann an der Sorbonne das Physikstudium. In den folgenden Jahren heiratete sie den französischen Wissenschaftler Pierre Curie, mit dem sie zwei Töchter bekam und gemeinsam Forschung betrieb. Ihr Forschungsbereich war die 1895 von Henri Becquerel entdeckte Strahlung, die zwischen Uranverbindungen ausgeht: die Radioaktivität, wie sie vom Curie-Ehepaar getauft wurde. Im Zuge dieser Forschung entdecken sie die radioaktiven chemischen Elemente Radium und Polonium. 1903 erhielten Henri Becquerel, Pierre und Marie Curie für ihre Verdienste im Bereich der Radioaktivität den Nobelpreis für Physik, was Marie Curie zur ersten Frau machte, die in dieser Kategorie gewann. 1911 wurde Curie auch mit dem Nobelpreis der Chemie, für die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium, ausgezeichnet. Somit ist Curie die einzige Frau unter den vier Personen, die mehrfach mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurden und die einzige Person überhaupt, die in verschiedenen Fachbereichen gewann.

Marie Curie gilt als Ikone der modernen Frau, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Frauen noch in altmodische Rollenbilder zu passen hatten, Karriere, Kinder und Ehemann unter einen Hut brachte. Die Wissenschaft war zu jener Zeit, mehr als heute noch, eine Domäne der Männer, die es Frauen schwer machte dort Fuß zu fassen. Curie war immer getrieben, die Beste ihres Faches zu sein und fürchtete sich nicht über ihre körperlichen Grenzen hinauszugehen. Eine Eigenschaft, die sie mit ihrem Mann Pierre Curie verband, der 1906 von einem Pferdewagen überrollt wurde und daraufhin starb.

Infolgedessen übernahm Marie die Lehrstelle ihres Mannes an der Pariser Universität Sorbonne und musste sich so mancher Anfeindung, durch die mehrheitlich männliche Professorenriege, erwehren. Es war zu jener Zeit, als sich Curies Ruf, vom Genie zur Frevlerin wandelte. Denn sie ging eine Liebesbeziehung mit dem verheirateten, fünf Jahre jüngeren Paul Langevin ein, der Schüler ihres verstorbenen Mannes war. Die rechte Boulevardpresse des damaligen Frankreichs, begann eine weitreichende Kampagne gegen die Physikerin, in der sie als „Ausländerin“, „Jüdin“ und „Emanze, die ein französisches Heim zerstöre“ beschimpft wurde. Diese Diffamierungen begleiteten Curie für den Rest ihres Lebens und veranlasste die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, Curie nahezulegen nicht zur Vergabe des Nobelpreises 1913 zu kommen. Einer Bitte, der sie nicht nachkam.

Marie Curie arbeitete während des Ersten Weltkriegs, als Radiologin, kümmerte sich um verwundete Soldaten und setzte sich Zeit ihres Lebens für weibliche und ausländische Studenten/Studentinnen ein. Marie Curie verstarb 1934 im Alter von 66 Jahren an einer Anämie, die sich auf ihren Umgang mit radioaktiven Elementen zurückführen lässt. Ihr Wirken geht weit über ihre wissenschaftliche Arbeit hinaus und obwohl sie sich nie aktiv für die Ziele der Frauenbewegung einsetzte, avancierte sie, durch ihr emanzipiertes Verhalten, zur feministischen Ikone und ebnete den Weg für zahlreiche weibliche Wissenschaftlerinnen, wovon auch leider heute noch viel zu wenige existieren.

Dafür gibt es den Weltfrauentag, damit sich die Menschen der Ungleichheit zwischen Männer und Frauen bewusst werden. Besonders in einer Zeit, wo Frauen immer noch Ziel von Hetzkampagnen des Boulevards sind, so wie es bei Marie Curie der Fall war, ist es umso wichtiger dagegen anzukämpfen. Egal, wie viel Gegenwind man auch spürt.

lg
Clemens

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