Inspirierende Persönlichkeiten: Baxter Humby, der einarmige Bandit

Behinderungen und Sport scheinen nur schwer vereinbare Dinge zu sein. Auch wenn betroffene Events, wie die Special Olympics, inzwischen wohlwollenden Anklang finden, werden sie nie den Reiz, der „normalen“ Wettbewerbe bei Zuschauern genießen. Doch ab und zu, gelingt es einem Ausnahmesportler, wie dem schwer in Verruf geratenen Oscar Pistorius, die Zweifler zum Schweigen zu bringen und trotz seiner körperlichen Einschränkung, mit den besten nicht-behinderten Sportlern mitzuhalten. Einer dieser Ausnahmesportler ist auch der Kanadier Baxter Humby, den wohl hierzulande niemand kennt, doch seine Geschichte sollte gehört werden.

Baxter Humby wurde 1974 im kanadischen Winnipeg geboren . Bei seiner Geburt verstrickte sich jedoch sein Arm in der Nabelschnur, weswegen die Ärzte diesen unterhalb des Ellbogens amputieren mussten. Humby lebt sein Leben lang mit nur einen Arm und zeigte sich schon früh sportbegeistert.

Humbys Interesse galt jedoch dem einen Sport, den man nur schwer mit einer Hand ausüben konnte. Im zarten Alter von 17, begann Humby in der Kampfsportart Muay Thai zu trainieren und wurde 1996 kanadischer Meister im Kickboxen, in der Klasse des Superweltergewichts. Kurz danach, entschied Humby sich nach Los Angeles zu ziehen und eine professionelle Karriere zu verfolgen. Gegen den Rat von vielen Zweiflern.

Seitdem kämpfte Humby in 80 professionellen Kämpfen gegen die besten Gegner der Welt und brachte es auf insgesamt 70 Siege, dem gegenüber 11 Niederlagen und ein Unentschieden stehen. Nur um euch ein Verständnis dafür zu geben… Humby ist Linksausleger, das heißt er führt mit seiner gesunden linken Hand und besitzt dadurch keine Powerhand. Hinzukommend ist Humbys Deckung mit nur einer Hand offen für gegnerische Schläge. Der Kanadier geht also mit klaren, körperlichen Benachteiligungen in jeden Kampf und schafft es trotzdem die Mehrheit davon zu gewinnen. Natürlich hat er aber in anderen Bereichen besonderes Talent, was seine Nachteile wieder wettmacht. Er besitzt außerordentlich gute Beinarbeit und ist generell sehr agil. Seine Kicks machen oft den Unterschied aus.

Humby hat mehrere Weltmeisterschaften in unterschiedlichen Gewichtsklassen und unter verschiedenen Verbänden gewonnen. Er selbst nennt seinen Vater, der in Humbys Kindheit früh verstarb, als Motivationsquelle. Er sah seinen Sohn, als jemanden, der gegen alle Widrigkeiten, der Welt seinen Stempel aufdrücken würde und so kam es dann auch. Humby hat gegen viele Neinsager und Zweifler angekämpft, die ihn wegen seiner Behinderung nicht im Ring sehen wollten.

Humby ist der ultimative Beweis, dass eine Beeinträchtigung kein unüberwindbarer Nachteil sein muss und man mit Willen und Glauben an sich selbst, weit kommen kann. Die einzige Grenze, die man hat, ist die, die man sich selbst setzt.“ – Baxter Humby

lg
Clemens

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